News Mietzuschüsse: Stadtzürcher Geschäfte erhalten wegen Corona 17 Millionen Franken
Rund 2000 Gewerbetreibende in der Stadt, die wegen der Corona-Massnahmen ihr Geschäft vorübergehend schliessen mussten oder im Vergleich zu den Vorjahren markant Umsatz einbüssten, bekommen mit dem Drei-Drittels-Modell von der Stadt Zürich beinahe 17 Millionen Franken an Mietzuschüssen. Das Modell initiiert haben die beiden Gemeinderäte Albert Leiser vom HEV Zürich und Walter Angst vom Mieterverband.

Das Drei-Drittels-Modell der Stadt Zürich sollte Vermieterinnen und Vermieter von Geschäftsräumlichkeiten davon überzeugen, ihren Mieterinnen und Mietern finanziell entgegenzukommen: Wenn sie sich mit ihren Mietern darauf einigten, dass diese während
Mit 34 Prozent aller unterstützen Betriebe profitiert die Gastro-Branche am meisten vom Drei-Drittels-Model.
mindestens eines Monats zwischen Dezember 2020 und April 2021 nur noch einen Drittel des Mietzinses bezahlen mussten, übernahm die Stadt Zürich den zweiten Drittel des Nettomiet- zinses. Das Angebot galt ausschliesslich für die Monate Dezember 2020 bis Januar 2021 und die Stadt hat maximal 8333 Franken pro Monatsmiete beigetragen. Somit durfte die monatliche Miete nicht mehr als 25 000 Franken betragen.
Gastronomie und Detailhandel am stärksten betroffen
Rund 2000 Betriebe in der Stadt Zürich können von der Unterstützung profitieren. Bisher muss- ten nur rund 40 Gesuche abgelehnt werden, da sie die Voraussetzungen des Drei-Drittels- Modells nicht erfüllt hatten; rund 160 Gesuche werden zurzeit noch geprüft. Jeweils gut ein Drittel der unterstützen Betriebe ist aus der Gas- tronomie und dem Detailhandel. Sport und Wellness machen neun Prozent aus, gefolgt von der Kultur- und Unterhaltungsbranche sowie Bars und Clubs mit jeweils fünf Prozent.
Die Stadt Zürich hat für das Drei-Drittels- Modell einen Kredit von 20 Millionen Franken bereitgestellt. Davon sind rund 16,3 Millionen Franken bereits bewilligt. Die Gesuche, die noch
in Prüfung sind, belaufen sich auf 1,4 Millionen Franken. Bereits ausbezahlt wurden 1,8 Millio- nen Franken, der Rest des zugesprochenen Geldes soll in den kommenden Wochen folgen.
HEV Zürich in Position bestätigt
Der HEV Zürich hat sich bei den Geschäftsmieten seit Beginn der Corona-Krise für freiwillige, individuelle und partnerschaftliche Lösungen zwischen Vermietern und Mietern eingesetzt. HEV-Zürich-Direktor Albert Leiser kämpfte denn auch aus voller Überzeugung für die Vor- lage: «Mit dem Drei-Drittels-Modell kann dem hart von den Corona-Massnahmen der Behör- den getroffene Gewerbe einfach, unkompliziert und rasch geholfen werden, ohne dass durch staatlichen Zwang in privatrechtliche Vertrags- verhältnisse eingegriffen werden muss. Das ist im Sinne der Hauseigentümerinnen und Haus- eigentümer, denn diese sind an stabilen und langfristigen Mietverhältnissen interessiert. Leere Läden helfen niemandem.» (rcv)