News Zürich sucht optimales Stadtklima: Zwischen mediterraner Sehnsucht und dem Wunsch nach Kühle
Das heute vom Zürcher Stadtrat präsentierte Massnahmenpaket zur «Fachplanung Hitzeminderung» soll im Sommer die Hitzebelastung in der Stadt Zürich mindern. Sofern in der Umsetzung auf Freiwilligkeit und Anreize gesetzt wird, ist der HEV Zürich durchaus offen für einzelne Empfehlungen. Zumal die Hauseigentümer punkto «klimagerechtem Bauen» wahre Champions sind und einen beachtlichen Leistungsausweis vorzuweisen haben.
Ob die an der heutigen Medienkonferenz vorgestellten Massnahmen tatsächlich geeignet sind, den Folgen des Klimawandels in der Stadt Zürich zu begegnen, muss einstweilen wohl noch offenbleiben. Auch dürfte es zu diskutieren sein, ob ein Handlungsbedarf besteht oder nicht: Während sich die einen in den Sommermonaten nach einem mediterranen Flair bei warmen Temperaturen in der Limmatstadt sehnen, bevorzugen andere wiederum eine kühle Brise.
Der HEV Zürich ist dennoch offen für eine lösungsorientierte Diskussion. Denn während den Sommermonaten kann es in Städten wie Zürich wegen der dichten Überbauung, des Hitzeinseleffekts, zu Hitzebelastungen kommen, die von manchen als unangenehm empfunden werden, die aber auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben können.
Eigentumsrechte der Hauseigentümer müssen gewahrt bleiben
Einzelne Massnahmen wie etwa Fassadenbegrünungen erscheinen auf den ersten Blick durchaus als sinnvoll. Andere, wie etwa die anvisierte Verstärkung der Kaltluftströme, dürften spätestens in der Umsetzung auf unüberwindbare Hindernisse stossen. Dazu Albert Leiser, Direktor des HEV Zürich: «Sofern man nicht willens ist, ganze Quartiere wie etwa den Friesenberg, der mehrheitlich horizontal in die Hanglage eingebettet ist, für zig Milliarden von Franken um 90 Grad zu drehen, dürfte dieses Ansinnen nur sehr begrenzt realisierbar sein.»
Für den HEV Zürich ist es daher wichtig, dass die Massnahmen für private Bauherren und Hauseigentümer freiwillig sind, wie dies an der Medienkonferenz mehrfach bestätigt wurde. Der HEV Zürich nimmt den Stadtrat diesbezüglich beim Wort. Eingriffe in die verfassungsmässig garantierten Eigentumsrechte gilt es zu vermeiden.
Von den Hauseigentümern lernen
An der Präsentation war auch vom „klimagerechten Bauen“ die Rede. Der HEV Zürich erinnert daran, dass die Hauseigentümer diesbezüglich eine Vorreiterrolle einnehmen: Schweizweit konnten im Gebäudebereich seit 1990 die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen um 34% gesenkt werden; berücksichtigt man das Bevölkerungswachstum seit 1990 (+ 25%), konnten die CO2-Emissionen pro Kopf in dieser Zeit gar um fast 60% gesenkt werden – dies auf freiwilliger Basis.
Für den HEV Zürich ist es daher dringend angezeigt, dass in der Umsetzung der «Fachplanung Hitzeminderung» auf Freiwilligkeit und Anreize und nicht auf bürokratische und teure Vorschriften, Zwang und Verbote gesetzt wird.